Goldene Hausnummer

Nachfolgeprojekt von Maat & Marek

(Akualisiert: Februar 2017) Leider ist die Band seit Mitte 2015 nicht mehr aktiv, aber wir lassen die Biografie trotzdem in BANDS.koeln bestehen. Dafür war/ist das Projekt zu interessant.

Wer hat die sogenannte Goldene Hausnummer erhalten? Wikipedia zufolge Hausgemeinschaften in der DDR, die bei der Pflege und Gestaltung ihres Blocks bzw. Wohnumfeldes besonders gute Arbeit geleistet haben. Die edelmetallene Hausnummer wurde demnach in einigen größeren Städten im Rahmen eines Wettbewerbes vergeben. Die Gewinner hätten ein speziell angefertigtes Hausnummernschild erhalten.

Goldene Hausnummer | Pressefoto: Moritz Decker
Goldene Hausnummer | Pressefoto: Moritz Decker

Nun – der aus Leipzig stammende Autor dieser Zeilen kannte diese Belobigung bisher nicht, sein Haus und auch die Nachbarblöcke hatten bis 1989 ein solches Prädikat jedenfalls nicht erhalten. Insofern kann der Bandname für das Nachfolgeprojekt von Maat & Marek als einigermaßen unbelastet und frei von Ostalgie durchgehen. Denn Anfang 2011 ist lange nach 1989, aber dieser Zeitpunkt markierte die Wende. Gemeint ist nicht das SED-belastete (Un)Wort, sondern die Wende zum Ausbau von Maat & Marek. Aus der „Einer macht die Beats – der andere den Sprechgesang-Combo“ entstand das Musikerkollektiv, das heute Goldene Hausnummer heißt und seit Dezember 2012 offiziell am Start ist.

Noch unter dem alten Namen, aber schon in neuer Besetzung wurden Dutzende Shows absolviert: Die Kölner Jungs durften Auftritte von Mono & Nikitaman unterstützen und sogar die HipHop-Hippies Arrested Development auf deren Tour im Vorprogramm supporten.

Post Rap aus Köln

Im aktuellen Line-Up präsentiert sich Goldene Hausnummer als fünfköpfige Post-Rap-Band. Nach eigenen Angaben lassen die Texte von Rapper Maat so viel Tiefe zu, wie das Publikum zu ertragen bereit sei: vage genug für das eigene Kopfkino, bestimmt genug für deutliche Konturen, solle das Denken seinen Platz in und durch eine Band finden, die auf der Suche sei.

Das musikalische Fundament wird von einer eingespielten Rhythmus-Sektion aufgeschichtet: Neben Bass, Drums und E-Gitarre vollenden Rhodes, Beatbox und Turntables das Klangbild, welches zwischen HipJazz und JazzHop mit deutschen Lyrics mäandert. Goldene Hausnummer präsentiert sich vielseitig, nach verträumten Momenten können einen Wimpernschlag später trockene Grooves zuschlagen. Bei seinen Live-Auftritten überrascht das Quintett mit komplexen Arrangements und Improvisationen. 2011 war die „Denksport EP“ erschienen – noch unter Maat & Marek. Ein Jahr später dann die „Irgendwo Nirgendwo EP,“ bevor die Nummern-Boys sich ans Debütalbum machten.

„Nach uns die Utopie“ als Reise in die Sehnsucht

Sie nannten es „Nach uns die Utopie“. Mit der im September 2013 erschienenen LP, die bei goldenehausnummer.bandcamp.com gestreamt werden kann, wollte die Formation Möglichkeiten in den Raum zeichnen, die immer wieder zusammenfallen oder ins Absurde abgleiten. Für die Albumproduktion wurde zum einen auf das Gerüst aus Drums, Bass, Rhodes, Synthesizer und Gitarre gesetzt. Hinzu kamen Gastmusiker, die den Sound um Percussions, Hammond Orgel, Trompete, Flügelhorn, Geige, Cello und Kontrabass erweiterten.

Wie ein Reisebericht soll das Plattendebüt wirken; eine Reise zu sich selbst, zu seinen Sehnsüchten. Aber auch eine Reise in ein Land, das in Anbetracht seiner eigenen Möglichkeiten erstarrt sei.

Diskografie

2011: „Denksport EP“ (als Maat & Marek)

 

2012: „Irgendwo Nirgendwo EP“

 

2013: „Nach uns die Utopie“ (Debütalbum)

Goldene Hausnummer im Internet

Homepage: goldenehausnummer.de
Youtube: youtube.com/user/maatundmarek
Facebook: facebook.com/GoldeneHausnummer

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Über Gerd Böttcher 156 Artikel
Ich bin der Gründer von METAMA, der Firma, die auch für diesen Blog BANDS.koeln verantwortlich ist. Wie der Name schon sagt, wollen wir darin über Bands aus der Region Köln schreiben. Ich sehe mich in unserem Redaktions-Team als „Romantiker“, der ganz sachliche Schreibstil ist eher nicht mein Ding. Songs müssen in mir Bilder entstehen lassen; ansonsten fehlt mir irgendwie eine emotionale Bindung dazu. Wie sagt der Kölner so lapidar: „Jet jeck simmer all.“

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