Purple Schulz

Sehnsucht nach Wärme, Harmonie, Nähe und Zusammenhalt

(Aktualisiert: November 2018) „Sehnsucht“, „Nur mit Dir“, „Kleine Seen“ – reicht das schon für den Stempel „Mädchenmusik“? Ja und nein, denn diese Schulz’schen Hits wurden (und werden) besonders von Mädchen geliebt. Aber bei „Verliebte Jungs“ sah die Sache schon anders aus: Der oft fälschlicherweise der Neuen Deutschen Welle zugerechnete Song im funky 1980er Groove lockte Mädchen und Jungs auf die Floors, die damals noch Tanzflächen genannt wurden. In der deutschen Radioszene kursierte parallel das Gerücht, ein Moderator sei entlassen worden, weil er nach einem Wortbeitrag über Homosexualität „Verliebte Jungs“ als redaktionell gebundenen Titel gespielt haben soll. Ob’s stimmt – wir wissen es nicht.

Purple Schulz | Pressefoto: purpleschulz.de

Spitzname von überlanger Rocknummer

Sicher dagegen ist: Purple Schulz kam im September 1956 in Köln zur Welt, als Kind wurde ihm das Klavier- und Orgelspielen beigebracht. Als Teenager stand er auf The Who, die Stones und die Beatles. Und Deep Purple, denn den Spitznamen bekam er 1970, weil er in einem Musikladen „Child in time“ an der Hammond C 3 coverte. Drei Jahre später erlebte die erste eigene Band (d’accord) in Köln-Junkersdorf ihre Bühnenpremiere. Berührungspunkte mit der NDW gab es Anfang der 1980er mit der Projektgruppe Neue Heimat („Ich bau Dir ein Schloss“). 1984 gelang mit „Sehnsucht“ der erste große Erfolg und Gesamtverkäufe von einer halben Million Platten. Die eingangs erwähnten Singles erlangten ebenfalls Hitstatus.

Soundtrack zum Ausreiseantrag

Eine Sonderrolle nahm „Sehnsucht“ Mitte der 1980er im Osten ein, denn das Lied wurde dort als Ausdruck der Sehnsucht nach Reisefreiheit aufgefasst. Und die Stasi passte in den Diskos zwischen Rügen und Rudolstadt genau auf, wer den Vers „Ich will raus“ besonders laut mitsang. Das erklärt, dass Purple Schulz nach der Maueröffnung in Ostdeutschland besonders abräumte (ausverkaufter Palast der Republik in Berlin, Open Air in Weißensee).

Neue Tour: ab März 2019

Touren, Konzerte, Engagement für Demenzkranke und Langzeitarbeitslose – Schulz ist immer aktiv und unterwegs. „Sehnsucht 2014“ hatte er in 2014 neu eingespielt für das Hörbuch „Vom Leben am Rand der roten Scheibe“ von Kriemhild Mader. Ende 2015 erschien seine Autobiografie „Sehnsucht bleibt“,eine ganz persönliche Reise durch vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens. Im 2017 wurde das Studio-Album: „Der Sing des Lebens“ veröffentlicht. Und wenn er nicht gerade auf einer Tour ist, kümmert er sich um Haus und Hof. Zu Frau, Kindern, Hund und Katzen sind mittlerweile einige Enkel hinzugekommen. Ab März 2019 ist er wieder unterwegs, um seine Botschaften in seinen Konzerten zu präsentierten.

Diskografie:

1982: Die Härte (lt. Wikipedia.de von Neue Heimat)

1983: Hautnah (lt. Wikipedia.de von Neue Heimat)

1985: Hautnah (Purple Schulz und die Neue Heimat)

1985: Verliebte Jungs

1987: Der Stand der Dinge

1988: (‚tsvai)

1990: Purple Schulz

1992: Haha

1993: Singles 1984-1992

1994: Spass beiseite?

1997: Pop

1999: Sehnsucht – Die Balladen 1984-1999

2003: Programmänderung

2004: Stunksitzung

2008: Der Stand der Dinge

2009: Essential

2012: So und nicht anders

2013: So ist das live! Das Duo Konzert (CD + DVD) 

2017: Der Sing des Lebens (Album)

Purple Schulz im Internet

Homepage: purpleschulz.de

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Über Gerd Böttcher 161 Artikel
Ich bin der Gründer von METAMA, der Firma, die auch für diesen Blog BANDS.koeln verantwortlich ist. Wie der Name schon sagt, wollen wir darin über Bands aus der Region Köln schreiben. Ich sehe mich in unserem Redaktions-Team als „Romantiker“, der ganz sachliche Schreibstil ist eher nicht mein Ding. Songs müssen in mir Bilder entstehen lassen; ansonsten fehlt mir irgendwie eine emotionale Bindung dazu. Wie sagt der Kölner so lapidar: „Jet jeck simmer all.“

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