Köster & Hocker

Noch lange keine Rouh han

(Aktualisiert: November 2018) Irgendwie können diese beiden nicht voneinander lassen. Gerd Köster und Frank Hocker führt ihr Künstlerleben immer wieder zusammen. Köster sammelte in den 1970er Jahren erste Erfahrungen in der Anarcho-Band Zarah Zylinder, bei der auch Frank Hocker mitmachte. 1979 stieg der damals 22jährige Köster als Sänger bei Schroeder Roadshow ein; einer Truppe, die bundesweit in etwa so bekannt war wie Palais Schaumburg oder DAF. Schulfreund Hocker stieß ein Jahr später als Gitarrist zur Roadshow hinzu, die sich 1989 nach ihrem letzten Konzert auflöste.

Köster & Hocker | Foto: Stock/McPHOTO

Unzertrennliches musikalisches Ehepaar

Nächstes Projekt: The Piano Has Been Drinking. Ziel: Tom Waits „einzukölschen“. Gerd Köster startete das Unterfangen mit Matthias Keul und Dritter im Bunde wurde -natürlich- Frank Hocker. The Piano Has Been Drinking ergänzte die Waits-Interpretationen um eigene Stücke und nahm bis 1993 drei Studioalben auf. Köster und Hocker sind fast schon so unzertrennlich wie ein altes Paar; ihre „Ehe“ hält, seitdem sie gemeinsam die Schulbank am Gymnasium Köln-Nippes drückten. Dazwischen begaben sich beide auf Solopfade. Köster spielte Hauptrollen an den Städtischen Bühnen Köln und sprach Hörbücher ein, Hocker schrieb Filmmusiken und Songs, z. B. für Gaby Köster (die Cousine von Gerd). Trotz eigener Projekte firmieren beide seit 1996 unter dem Label Köster & Hocker auf den Album-Artworks.

Meistverkannter deutscher Chansonier

Für den rheinischen Kabarettisten Konrad Beikircher ist das Duo so etwas wie der Schlüssel zum Verständnis der lokalen Seele. Beikircher sagt: „Wenn man als Auswärtiger die Kölner verstehen möchte, gibt es für mich nur eine Antwort: Köster und Hocker. Für mich ist Gerd Köster der meistverkannte Chansonier deutscher Zunge. Er ist grandios. Und muss man sterben, um als grandios erkannt zu werden? Ist doch schöner, wenn die Leute kommen und applaudieren.“

Kölsche Dialektik bei „Kumm jangk“

Viel Beifall bekamen beide auch für das Programm „Kumm jangk“, das ab Mai 2014 aufgeführt wurde. Das mittlerweile siebte Bühnenprogramm von Gerd Köster und Frank Hocker ist pure kölsche Dialektik: ruhige und unruhige Lieder über Verlieben und Verlassen, Jung bleiben und alt aussehen, Gut und Böse sowie Licht und Schatten. Oder wie die Kölner sagen: Himmel un Ääd, Blootwoosch met Tofugeschmack, Hätz un joot, Mer kennt sich un mer hilf sich trotzdem. Yin und Yangk – Köster & Hocker eben! Köster hat den Blues und erzählt Geschichten, Hocker klampft gemeinsam mit Helmut Krumminga, der auch bei BAP Gitarre spielt.

2017 erschien das Album „A´s kla?“. Wieder Songs voller kleiner Geschichten op kölsche Art, herausragend daraus: „Hold on (Rouh han)“. Ein Lied über das Älterwerden in der Beziehung.

Diskografie

1994: „Alles im Griff“ (Album)

1995: „Der Tanz um den heiligen Bim Bam“ (Album)

1996: „Dreckelije Krätzje“ (Album)

2001: „Final verseucht“ (Album)

2004: „Frisch“ (Album)

2005: „Silberhochzeit“ (Doppelalbum)

2007: „Jedrisse, Baby“ (Album)

2010: „Se singe All vum Himmel“ (Weihnachtsalbum)

2012: „Höösch Bloot Live“ (Live-Album)

2012: „3 cool Fätze – Köster + Hocker + Krumminga“ (DVD)

2013: The Piano Has Been Drinking (Re-Release)

2014: „Kumm jangk“ (Album)

2015: Rest Of I (Live-Album)

2017: „A´s kla?“ (Album)

Köster & Hocker im Internet

Mehr Infos unter: gerd-koester.de

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Über Gerd Böttcher 157 Artikel
Ich bin der Gründer von METAMA, der Firma, die auch für diesen Blog BANDS.koeln verantwortlich ist. Wie der Name schon sagt, wollen wir darin über Bands aus der Region Köln schreiben. Ich sehe mich in unserem Redaktions-Team als „Romantiker“, der ganz sachliche Schreibstil ist eher nicht mein Ding. Songs müssen in mir Bilder entstehen lassen; ansonsten fehlt mir irgendwie eine emotionale Bindung dazu. Wie sagt der Kölner so lapidar: „Jet jeck simmer all.“

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