Tommy Engel

(Aktualisiert: Januar 2017) Ein alter Haudegen, der gleich für zwei Karrieren steht. Denn zum einen hat Richard Thomas Engel die Bläck Fööss mit gegründet und zum anderen ist er solo unterwegs als Tommy Engel. Angefangen hat er vor einer halben Ewigkeit, denn seine Bühnenpremiere erlebte er bereits 1959 im Volkstheater Millowitsch. Und zwar als Heinzelmännchen, denn Peter Millowitsch (ja, der Sohn des Theaternamensgebers) war schon zu groß für diese Rolle. Die Darstellung des Heinzelmännchens war prägend für den kleinen Richard Thomas, denn bis heute kann er nicht von der Schauspielerei lassen.

Tommy Engel| Bild: Manfred Esser
Tommy Engel| Bild: Manfred Esser

Heinzelmännchen und nackte Füße

Als ein Karriereturbo erwies sich von 1970 an die Band Bläck Fööss (hochdeutsch für „nackte Füße“), die er mit aus der Taufe hob und der er fast ein Vierteljahrhundert lang treu blieb. Hits wie „En unserm Veedel“ oder „Drink doch eine met“ sind auch Hits von Frontmann Engel. 1994 verließ der Musiker die Fööss, um fortan auf eigenen Füßen zu stehen. Mit dem Projekt L.S.E landete er Erfolge wie „För et Hätz un jäje dr Kopp“ und „Saunaboy“. Zudem baute er seine mimischen Fähigkeiten aus und spielte in Peter Maffays Kinder-Musical „Tabaluga“ mit. Darüber hinaus verkörperte  Engel den Lastwagenfahrer Jaco Kließ in der WDR-Fernsehserie „Die Anrheiner“.

Äußerst erfolgreich war Engel auch mit Soloprogrammen. Er begeisterte sein Publikum im Jahr 1999 mit einer dreistündigen Revue, in der er sich als Sänger, Texter und Musiker präsentierte. Als „All in one-Unterhaltungskünstler“ schlüpfte er u. a. in die Rolle des „Huusmeister Kaczmarek“. 2005 kamen weihnachtliche Dinner-Shows hinzu. Der Kölner Stadtanzeiger bringt es in seiner Einordnung auf den Punkt, Engel sei ein Sänger, Komödiant und Entertainer, wie es sie nur selten gebe.

Straßenbahn als Geburtstagsgeschenk

2009 zog Engel Bilanz, denn er beging sein 50-jähriges Bühnenjubiläum und den 60. Geburtstag. Die Kölner Verkehrs-Betriebe gratulierten mit einem besonderen Geschenk, denn das kommunale Unternehmen widmete ihm eine ganze Straßenbahn, die mit Engels Konterfei unterwegs ist. 2011 veröffentlichte der Tausendsassa auf „Favoriten“ eine Auswahl seiner persönlichen Lieblingslieder. Ein Jahr später erschien eine Autobiografie. Darin reflektiert er seinen Alltag als Bruder von neun Geschwistern und erzählt von den Freuden als Vater dreier Söhne. In den Folgejahren ist Tommy Engel überaus erfolgreich mit den alljährlichen Weihnachtsengel-Konzerten. Auch ist er gern gesehener Gastmusiker bei anderen Konzerten von Kölner Bands (z.B. Kasalla etc.).

Hier aktuell sein Song „Noh bei mir“ (eine Kölsch-Cover-Version des Welthits „Stand by me“ von Ben E. King) aus dem aktuellen Album „Dat kölsche Songbook“.

Diskografie

2016: Dat kölsche Songbook

2015: Wenn Weihnachte es (Single)

2014: Weihnachtsengel X (4 CD-Box)

2011: Favoriten

2010: Dummer nit esu

2009: Das Beste solo und mit L.S.E. 1992-2002

2009: Zum Lure (DVD)

2007: Du bes Kölle

2006: Du bes Kölle! (Single)

2006: Weihnachtsengel-Live aus dem Himmelszelt

1999: Engel 100% Tommy Engel

1999: Hadder nit jessin (Single)

1999: Live in der Philharmonie

1998: Kein Problem (Single, mit Grooveminister)

1997: Viel Verkehr auf’m Meer (Single)

Tommy Engel im Internet

Homepage: tommyengel.de

 

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Über Torsten Williamson-Fuchs 23 Artikel
Ich bin Journalist seit 25 Jahren und schreibe über Musik zwischen Pop und Rock. Zehn Jahre habe ich beim Berliner Radiosender JAM FM Autorensendungen konzipiert und moderiert sowie für die ARD gearbeitet. Zudem schreibe ich für Zeitungen und Blogs, auch über Themen wie Sport, Politik und Wirtschaft. Gebloggt habe ich bereits 2003, denn in dem Jahr wurde mein erster Artikel online gestellt.

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