Bläck Fööss

(Aktualisiert: November 2020) Was als Beatles-Coverband begann, mündet in einen Output von mehr als 40 Alben. Die Mitglieder der späteren „De Bläck Fööss“ machen Ende der 1960er Jahre Beatmusik, als Stowaways spielen sie die Hits von The Kinks, The Hollies und The Beatles nach. Allerdings merken die Musiker schnell, dass Karnevalslieder gefragt sind, schließlich spielt man auf Karnevalsbällen.

Da The Stowaways eher nach Garagenrock als nach Fasching klingt, nutzen sie für ihren ersten kölschen Titel „Rievkooche-Walzer“ ein Pseudonym, das eine frühe Form von Denglisch vorwegnimmt. Doch die Single wird mit etwa 2.000 verkauften Einheiten nicht mehr als ein Achtungserfolg. Viel besser läuft schon „Drink doch eine met“. Der Song wird zum Publikumsliebling und von da an sind „De Bläck Fööss“ Stammgäste bei Karnevalssitzungen.

Bläck Fööss | Bild: studio 157.de, Thomas Ahrendt

Kölns barfüßige Antwort auf The Beatles

Im Herzen bleiben sie aber „hippieske Beatles“: langhaarig und barfuß mit Blue Jeans. Auch musikalisch darf die Band nicht mit Ballermannklängen im Sinn von sinnbefreiten Texten zu Schunkelei verwechselt werden. Das Septett spielt ein sehr breites Repertoire, neben karnevalistischen Liedern hat es Schlager, Pop, Rock, Reggae, Calypso, Gospel und sogar Jazz sowie Rap im Angebot. Sprich: Die Musiker sind überaus versiert und stoßen sich nicht die Pappnase an irgendwelchen Schubladen, in die sie von Nicht-Kölnern manchmal abgelegt werden. In den Texten wird ausgeteilt und Kritik an gesellschaftlichen Missständen geübt (z. B. „De Mama kritt schon widder e Kind“, „Kackleed“ und die Bundeswehr-Ballade „Am Arsch der Welt“).

Repertoirebreite und Bildungsanspruch

Die Bläck Fööss haben also etwas zu sagen und kümmern sich um den Nachwuchs. So spielen sie seit vielen Jahren für Jungen und Mädchen, dazu treten sie oft in Schulen oder Kindergärten auf. Vor erwachsenem Publikum sparen sie Themen wie Umweltzerstörung und Ausländerhass nicht aus, obwohl die Fans natürlich Evergreens wie „Bye, bye, my love“, „Du bes die Stadt“, und Volksliedern wie „En unserem Veedel“, Unsere Stammbaum“ u.a. einfordern.

50jähriges Bandbestehen in 2020

Einen Einschnitt gibt es 1994 mit dem Ausstieg von Tommy Engel, der Soloprojekte verfolgen will. Schlagzeuger Ralph Gusovius, Sänger und Gitarrist Kafi Biermann sowie Keyboarder Andreas Wegener sorgen dafür, dass es im Bandgefüge keine kalten Füße gab. Mittlerweile feiert die Gruppe eine Bühnenpräsenz, die nun schon 50 Jahre andauert und ein weit mehr als 400! Titel umfassendes Repertoire enthält. Im August 2020 soll (bereits ausverkaufte) Konzerte auf dem Roncalliplatz zum 50jährigen Bandbestehen der „Mutter aller kölschen Bands“. Aber es kommt anders – siehe den letzten Abschnitt der Biografie.

De Bläck Fööss - 50 Jahre Kölner Urgestein | 60 MIN | Heimatflimmern | WDR
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Neue Bandmitglieder seit 2017

Seit 2017 geht Bläck Fööss verjüngt auf Tour, denn die Besetzung hat sich auf zwei Positionen verändert. Sänger Mirko Bäumer (ehemals Sänger der „Queenkings“), hat die Nachfolge von Kafi Biermann angetreten und an Stelle von Peter Schütten, eines der Gründungsmitglieder, ist nun Pit Hupperten (Gitarre, Gesang) mit dabei. Vor der Session 2018/2019 kommt es zum Wechsel am Bass. Für das Band-Urgestein Hartmut Priess zupft nun Hanz Thodam (vorher Domstürmer) die Saiten. In der Session 2019/2020 ist die Band mit den Sessionsliedern: „Die nächste Rund“ und „Sing mich noh Hus“ auf den Bühnen unterwegs.

2020 – 5Ö – das Jubiläums-Album

Natürlich bringen die Bläck Fööss den Longplayer mit dem Titel „5Ö-das Jubiläumsalbum“ zum 50-jährigen Bandbestehen heraus. Darauf werden viele Hits – und davon gibt es unzählige Lieder – in einer neuen Version und mit befreundeten Musikern neu veröffentlicht. Und dann der Schock – die Jubiläumskonzerte müssen wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden und finden nicht statt. Dies ist bitter, aber leider nicht zu ändern. Es wird wieder andere Zeiten geben – mit den Bläck Fööss auf der Bühne.

Bläck Fööss – das sind:

Mirko Bäumer: Gesang, Percussion
Pit Hupperten: Gitarre, Gesang
Erry Stoklosa: Gitarre, Gesang, Percussion
Bömmel Lückerath: Gitarre, Banjo, Mandoline, Geige, Gesang
Hans Thodam: Bass
Andreas Wegener: Piano, Synthesizer, Akkordeon, Gesang
Ralph Gusovius: Schlagzeug, Akkordeon, Gesang

Diskografie

1974: Op bläcke Fööss noh Kölle

1975: Lück wie ich un du

1976: Bei uns doheim

1977: Links eröm-rächs eröm

1978: Mer han ’nen Deckel

1979: Uns Johreszigge

1980: D’r Rhing erop – D’r Rhing eraf

1980: Live am Tanzbrunnen

1981: Wenn et jöck… dann weed et Zick…

1982: Morje, Morje

1983: Immer wigger

1984: Mir klääve am Lääve

1985: Schöne Bescherung

1985: Em richtije Veedel

1986: Zweierlei Fööss

1987: Pänz, Pänz, Pänz

1987: Endlich frei!

1988: Mer losse d’r Dom in Kölle

1988: Was habst du in die Sack?

1989: Live im Millowitsch-Theater

1990: Et es 20 Johr jenau jetz her

1990: Live

1991: Nix es ömesöns

1993: A Capella

1994: Rheinhotel

1995: Heimweh nach Köln

1996: Roxy

1997: Lück wie ich un du

1998: Schönes Wochenende

2000: 30 Jahre Bläck Fööss Live

2000: Loss mer uns verdrare

2001: Best of Bläck Fööss… zum fiere

2002: K-BF 33

2003: Best of….zum dräume

2003: Kölsche Weihnacht

2003: Best of… Silvesterparty (DVD)

2004: Rut & Wiess

2005: Usjebomb

2006: Do laach et Hätz, do jrins die Fott

2007: Best of…zum danze!

2008: Jommer noh Hus oder solle mer blieve?

2009: Wie die Zick verjeiht..

2010: 40 Jahre Bläck Fööss Live

2011: Alles für die Liebe

2013: Best of … zum Laache!

2014: Best Of … für et Hätz

2016: Freiheit Alaaf

2017: Lommer nimmih lommer sage

2018: Su schön wie augenblecklich (Album)

2019: Die nächste Rund (Single)

2019: Sing mich noh Hus (Single)

2020: 5Ö – das Jubiläumsalbum

Website

Mehr Infos unter: Bläck Fööss

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Gerd Böttcher

Gerd Böttcher

Ich bin der Gründer von METAMA, der Firma, die auch für diesen Blog BANDS.koeln verantwortlich ist. Wie der Name schon sagt, wollen wir darin über Bands aus der Region Köln schreiben. Ich sehe mich in unserem Redaktions-Team als „Romantiker“, der ganz sachliche Schreibstil ist eher nicht mein Ding. Songs müssen in mir Bilder entstehen lassen; ansonsten fehlt mir irgendwie eine emotionale Bindung dazu. Wie sagt der Kölner so lapidar: „Jet jeck simmer all.“

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