Höhner

erfinden sich immer wieder aufs Neue

(Aktualisiert: November 2018) DJs, die die deutschen Urlauberhotels im Süden Europas bespielen, wissen es ganz genau. Hast Du zwei Hamburger auf einem Haufen, musst Du „Hamburg meine Perle“ auflegen, bei zwei Kölnern ist es „Viva Colonia“. Beiden Songs ist ein angenehmer Lokalpatriotismus zu eigen, sie sind Hymnen ihrer Städte. Aber die Höhner haben natürlich viel mehr, mit dem das Sextett aus der Domstadt aufwarten kann. Da ist der Hit „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, der stellvertretend für unzählige andere Singles steht, die auf mehr als 30 Alben zu finden sind. Neben Brings und BAP füllen die Höhner den Begriff ‚Urgestein‘ durchaus mit Leben und Lebenserfahrung.

Foto: Höhner | Presse-Kit

Blockflöte und Blues-Einflüsse

Erfahrung im Blockflötenspiel hatte Henning Krautmacher bereits im Alter von fünf Jahren machen können, mit neun wurde der spätere Träger eines gezwirbelten Schnauzers Kinderprinz in Leverkusen. Damit war die Richtung vorgezeichnet.

Peter Werner, der die Band mitgegründet hat, spielte bis 2015 noch die Keyboards. Hannes Schöner ist seit 1990 dabei, als er die Nachfolge des Bassisten Günter Steinig antrat. Janus Fröhlich ist Multiinstrumentalist: Er spielt Schlagzeug, Klavier, Orgel und kann auch noch singen, und war bis 2015 dabei. John Parsons stieß 2007 zur Band, der Gitarrist, der immer so gut wie Eric Clapton sein wollte, wurde beeinflusst von Künstlern wie Jimi Hendrix, Led Zeppelin und Cream. Jens Streifling kommt aus dem Osten – nein, nicht aus dem Osten Kölns, sondern aus einer Kleinstadt südlich von Leipzig. Er hatte allerdings nicht allzu lange Bock auf staatlich reglementierten Rock, sondern ging in den Westen, um bei BAP anzuheuern. Die verließ er 2003 für einen Posten bei den Höhnern.

Six-Pack als gruppendynamisches Langzeitexperiment

Das ‚System Höhner‘ ist für Basser Hannes Schöner ein – so wörtlich – „gruppendynamisches Langzeitexperiment“. Den Irrungen und Wirrungen des Alltags setzt das Sextett Hoffnungen und Lebenslust entgegen. Als sie mal gefragt wurden, wie sie dem Trübsal kontinuierlich ein Schnippchen schlagen, zitierten die Höhner keinen Geringeren als Benjamin Franklin mit „Wer die Freiheit aufgibt, um die Sicherheit zu gewinnen, verliert beides.“.

Auf dem 2014 veröffentlichten Album „Mach laut!“ war die Musik vielfältiger und zugleich gradliniger geworden. Sie klang internationaler, ist aber noch immer ganz klar in Köln verdrahtet. Die Grenzen zwischen Höhner-Songformen in satter Hymnenart und Pop sind fließender geworden. Man habe in der in der Pflicht gestanden, sich immer wieder aufs Neue erfinden zu wollen, sagte Band-Mitbegründer Peter Werner zur Dynamik im Entstehungsprozess dieser LP. Die erste Single brachte es auf den Punkt: „Steh auf, mach laut!“. Anfang 2015 verkündeten Höhner-Gründer, Peter Werner und Janus Fröhlich, ihren Abschied von der aktiven Bühne. Zitat: „Da heißt es zum richtigen Zeitpunkt mit Augenmaß einen geordneten Übergang einzuläuten“.

Warum nicht mal nach Südfrankreich?

Im Mai 2015 stellten die Höhner mit Wolf Simon (Schlagzeug) und Micki Schläger (Keyboard) zwei neue Bandmitglieder vor. Mit dieser neuen Besetzung ging es dann in ein Aufnahmestudio in Südfrankreich. Heraus kam 2016 das Album „Alles op Anfang“, ein überaus gelungenes Werk, dass wir hier auf BANDS.koeln in einer Rezension beschrieben haben.

Gitarren-Meister-Wechsel und mehr…

Für die Session 2017/2018 waren die Höhner mit „Wir sind für die Liebe gemacht“ wieder karnevalistisch am Start. Im Februar 2018 wurde ein ganzes Album mit dem gleichnamigen Titel veröffentlicht. Im Juni 2018 gab es dann einen Wechsel an der Gitarre. John Parsons wurde durch Joost Vergoossen ersetzt. Beide Meister ihres Faches mit jeweils einem speziellen Sound, darauf legen die Höhner besonderen Wert. Neueste Veränderung in der Band: Heiko Braun hat am Schlagzeug Wolf Simon abgelöst. Und jetzt geht es für die neu formierte Höhner-Band in die Session 2018/2019 auf die Bühnen unserer Stadt!

Höhner – das sind:

Hennig Krautmacher: Gesang, Gitarre
Jens Streifling: Gitarre, Saxofon
Joost Vergoossen: Gitarre
Hannes Schöner: Bass
Micky Schläger: Keyboards, Akkordeon
Heiko Braun: Schlagzeug

Diskografie:

1978: Ich well noh hus

1979: Verzäll doch noch ens

1979: Lang usjebröt

1980: Clown

1981: Näl met Köpp

1982: Ich ben ne Räuber

1983: Schlawiner

1984: Op Jöck

1987: Für dich

1988: Guck mal

1989: Wenn’s dir gut geht

1990: 10 Johr Stimmung us Kölle

1990: Leider gut

1991: Kumm loss mer fiere (Live-Album)

1992: Aktuell

1993: Dat es ne jode Lade

1994: Wartesaal der Träume

1994: Classic – Live aus der Kölner Philharmonie

1996: Made in Kölle

1996: Höhner Weihnacht – Doheim un üvverall

1998: Die Karawane zieht weiter

1998: Best of – 25 Jahre

2001: 2, 3, 4

2001: Höhner Rockin’ Roncalli Show Rheinland des Lächelns

2003: Classic Andante

2004: Viva Colonia

2005: 6:0

2006: Here We Go

2007: Jetzt und hier

2008: Nase vorn

2009: Himmelhoch High

2012: Höhner 4.0

2014: Mach laut!

2015: Zo Dir Oder Zo Mir? (Single)

2015: Kumm loss mer danze (Single)

2016: Alles op Anfang (Album)

2016: Wenn et Hätz Dich röf (Single)

2016: Sing mit mir! (Single)

2017: Janz hösch (Album -live und akustisch)

2017: Wir sind für die Liebe gemacht (Single)

2017: Janz höösch (Live & akustisch) (Album)

2018: Wir sind für die Liebe gemacht (Album)

2018: Wir halten die Welt an (Remix) (Single)

Höhner im Internet

Homepage: hoehner.com

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Über Gerd Böttcher 134 Artikel
Ich bin der Gründer von METAMA, der Firma, die auch für diesen Blog BANDS.koeln verantwortlich ist. Wie der Name schon sagt, wollen wir darin über Bands aus der Region Köln schreiben. Ich sehe mich in unserem Redaktions-Team als „Romantiker“, der ganz sachliche Schreibstil ist eher nicht mein Ding. Songs müssen in mir Bilder entstehen lassen; ansonsten fehlt mir irgendwie eine emotionale Bindung dazu. Wie sagt der Kölner so lapidar: „Jet jeck simmer all.“

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